Elemente & Ernährung: Feuer / Licht – Der Mensch ist kein Fleisch- oder Pflanzenfresser, sondern ein »Lichtsäuger«.

Wenn ich als Kind alle vierzehn Tage meine Großmutter besuchte, spielte sich das Leben in der Küche und vor allem am Herd ab. Es wurde ständig und stundenlang gekocht. Was gerade im Garten wuchs, landete auf dem Teller. Zum Sonntagsbraten gab es Kartoffelknödel, und – je nach Jahreszeit – allerlei Gemüse, Kraut und Salat. Essen dauerte den halben Sonntagnachmittag und war das Familienritual, um das sich alles drehte.

USA 10096-7-8 HDR Antelope Canyon Luca Galuzzi 2007      Zeit spielte dabei keine Rolle. Es ging nicht darum, das Essen schnellstmöglich auf den Tisch zu bekommen, um ja die Lieblingsserie im Fernsehen nicht zu verpassen. Es ging um das Essen selbst. Bis heute noch hat meine Großmutter einen »langsamen« Holzofen, und sie behauptet steif und fest, daß nur auf »echtem Feuer« das Essen wirklich so schmeckt, wie es soll. Das Leben meiner Großmutter erschien mir damals, nennen wir es: sehr konservativ. Wie eine überholte Bauernregel aus dem 19. Jahrhundert. Ich war ein moderner Junge. Meine Ernährung bestand aus Süßigkeiten und leicht eßbaren Fertiggerichten. Das viele Gemüse war mir suspekt. Da mußte man viel zu viel kauen und verdauen.

Später, als Erwachsener, waren es dann belegte Brötchen, zumeist zwischen zwei Terminen im Auto konsumiert. Das Essen lief irgendwie nebenher ab, fand zwischen Tür und Angel statt. Um ehrlich zu sein, bekam ich oft gar nicht mit, was ich aß, geschweige denn, wie es schmeckte. Und zuguterletzt hatte ich mir angewöhnt, während dem Essen zu lesen. Als Kind waren es Comics, später der Sportteil der Tageszeitung. Soviel zum Thema Ernährung…

Zwei Jahrzehnte Verdauungsprobleme und mehrere Magengeschwüre haben ihre Spuren hinterlassen. Irgendwann wurde mir klar, daß Essen tatsächlich mehr ist als eine leidige Notwendigkeit. Gute und richtige Ernährung sind die Grundvoraussetzung für Gesundheit und Lebensqualität. Warum muß der Mensch immer zuerst leiden, um die einfachsten Dinge zu begreifen?

Heute ist all das, was meine Großmutter tut, wieder in Mode. Ihre Eier sind nun »Bioeier aus Bodenhaltung«. Ihr Brot ist jetzt »echtes Holzofenbrot«. Und ihre Gewohnheit, nur das zu essen, was in ihrem Garten wächst und gerade reif ist, nennt man nun: »regionale, saisonale Ernährung.« Dabei hat sie nie etwas an ihren Gewohnheiten geändert. Sie hat nur das getan, von dem sie aus bäuerlicher Tradition und durch gesunden Menschenverstand überzeugt war. Ernährungsglobalisierung und sonntags »zum Chinesen« zu gehen, wäre ihr nie in den Sinn gekommen.

Rund um das Thema Ernährung findet seit Jahren ein Sinneswandel statt. Irgendwann hat man zu begreifen begonnen, welch katastrophale Folgen die modernen »Nahrungs-herstellungs- und Essmethoden « für den Menschen haben. Natürlich wird das von bestimmten Industrien bis zum heutigen Tage geleugnet. Man möchte keinen Zusammenhang sehen zwischen der Ernährung und einer immer kranker werdenden Gesellschaft, kollektivem Übergewicht, Antriebslosigkeit und Vitaminmangel. Der Physiker Prof. Dr. Fritz A. Popp wurde in den siebziger Jahren von der Industrie beauftragt, nachzuweisen, daß es zwischen biologischer, also »artgerechter « und natürlich gewachsener Nahrung keinen Qualitätsunterschied gibt zur industriell hergestellten Nahrung.

Seine Forschungsergebnisse waren so eindeutig, daß er der Industrie den Rücken gekehrt und in der Folge den legendären Satz geprägt hat, der Mensch sei im eigentlichen Sinne kein Fleisch oder Pflanzenfresser, sondern ein »Lichtsäuger«. Denn das Licht in den Zellen, die sogenannten Biophotonen, so Professor Popp, machen den qualitativen Unterschied zwischen natürlicher und unnatürlicher Nahrung aus. Dieses Licht wird von der Sonne auf die Pflanzen übertragen und in der Folge von den »Pflanzenfressern« aufgenommen. Unter Kunstlicht wachsende und unreif geerntete Pflanzen tragen diese Biophotonen nicht im selben Maße in sich wie natürlich gewachsene, reif geerntete Pflanzen.

Schon seit der »Entdeckung« der Photosynthese wissen wir, welch fundamentale Bedeutung das Licht für die Pflanzen hat. Durch das lichtabsorbierende Pigment Chlorophyll verbinden sich in der Pflanze Wasser und Kohlendioxid zu Glukose, dem elementaren Nahrungsmoment aller – nicht nur pflanzlicher, sondern auch tierischer und menschlicher Zellen. Je weniger natürliches Licht also aufgenommen wird, desto weniger Energie ist in den Lebewesen vorhanden.

Prof. Dr. Popp kam zu der revolutionären Erkenntnis, daß sich der Mensch nicht nur von den stofflichen Bestandteilen der Nahrung ernährt, also den Eiweißen, Kohlenhydraten, Vitaminen, Mineralien und Enzymen, sondern vom Licht, das in den Nahrungsmitteln gespeichert ist. Und je natürlicher eine Pflanze oder ein Tier heranwächst, je natürlicher und artgerechter es gehalten wird, desto größer die Anzahl an Biophotonen.

Meine Großmutter kann ich mit solchen wissenschaftlichen Erkenntnissen kaum beeindrucken. Sie schüttelt nur den Kopf und sagt: »Muß man so etwas Einfaches so kompliziert erklären? Das Natürliche ist immer besser! Was denn sonst? Die Natur gibt es schon immer, und die weiß, wie es geht.«

Was die Nahrung anbetrifft, so mag äußerlich zwischen der Bionahrung und der »Kunstnahrung« wenig Unterschied zu sehen sein, ja desöfteren die Gentomate sogar optisch hübscher aussehen und aufgrund der zugeführten Düfte besser riechen. Doch das, was die Welt im Innersten zusammenhält, kann man nicht fälschen. Nur die Hülle kann einer Schönheitsoperation unterzogen werden, nicht die Seele.

Welche fundamentalen Auswirkungen es hat, wenn man natürliches Licht durch Kunstlicht ersetzt, wird ebenfalls schon lange erforscht. Denn nicht nur die Früchte des Ackers und der Bäume sprechen auf natürliches Licht besser an, sondern auch die Früchte der Menschheit: die Kinder. Bereits in den achtziger Jahren wurden Versuche mit sogenannten »sonnenlichtanalogen« Lichtsystemen an Schulen gemacht. Man stellte das Folgende fest: Die von uns weltweit verwendeten Leuchtmittel, also die Glühbirnen oder Neonröhren, entsprechen in ihrer Lichtzusammensetzung nicht dem Sonnenlicht. Sonnenlicht ist »Vollspektrumlicht «. Es enthält alle 7 Lichtfarben. Und da alle Organe des Körpers (der Asiate würde ergänzen; »und die Chakren«) unterschiedlichen Lichtfarben zugeordnet sind, also bestimmte Lichtinformationen benötigen, kommt der Körper aus dem Gleichgewicht, wenn ihm bestimmte Farben übermäßig und andere gar nicht zugeführt werden. Das »Flackerlicht« der Neonröhren in den Schulen sah man zudem als eventuellen Grund für die Unruhe der Schüler. Also setzte man »Vollspektrumlicht « ein. Die Folge war eine größere Ausgeglichenheit der Schüler, höhere Konzentrationsfähigkeit, bessere Gesundheit, etc. Doch wie es nun einmal so ist in unserer modernen Welt, erschien die Investition, die billigen Leuchtmittel durch die teureren zu ersetzen, zu hoch. So flackert es weiter in den Schulen…

Während das Vollspektrumlicht inzwischen in vielen Mastbetrieben eingesetzt wird, da erwiesenermaßen die Masttiere sich besser entwickeln, ausgeglichener und gesünder sind. (u.a. Licht schenkt Leben – Elke Brandmeyer/Dr. med. Bodo Köhler – fit fürs leben Verlag)

Die lebensnotwendigen Biophotonen nehmen wir also durch die Nahrung auf, jedoch auch durch die Haut und die Augen. Jeder Mensch kann sich diese Biophotonen kostenlos besorgen, indem er viel Zeit draußen in der Natur verbringt. Oder wenn er bei meiner Oma ißt…

Michael Hoppe

ⒸNATURSCHECK Winter 2009
Alle Rechte beim Verlag für Natur & Mensch

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mit freundlicher Genehmigung, Verlag für Natur & Mensch

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